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Ok, but first milk: Mami-Wohlfühltipps im Babyalltag Teil 1

Ok, but first milk

Die Vorfreude aufs Mamiwerden ist ungefähr so, als würde man nur noch fröhlich hüpfend in einem bunten Konfettiregen tanzen. Und doch gibt es Situationen, auf die man so wirklich gar nicht vorbereitet wird: Nicht von den Eltern, nicht im Geburtsvorbereitungskurs oder von der Hebamme. Sie stehen ganz weit unten im Kleingedruckten des Mamiwerdens. Und wie es so ist, übersieht man so einen Sternchentext schnell. Zumindest, wenn man Anja heisst und eine Riesenmurmel vor sich trägt, als wäre der Mini-Mensch mit einem Schwarm von Glücksschmetterlingen im Bauch eingezogen.

Und dann kommt er: Der Moment, in dem diese Glücksschmetterlinge ihre Mietdauer auf lebenslang verlängern. Die Geburt! Ab jetzt zu dritt. Unendliche Verliebtheit. Zuhause ankommen. Und dann drängt es sich dazwischen: das Hormonchaos. Auf einmal erleidet man beim alltäglichen Käsebrotschmieren einen tränenreichen Gefühlsausbruch, vor Glück, Unfassbarkeit und auch aus Respekt vor der großen Verantwortung. Und aus Schlafmangel. Viel Schlafmangel.

Die Welt oder vielmehr die menschlichen Grundbedürfnisse stehen erstmal Kopf. Das wirkt aber nur zuerst so, denn alle Menschenkinder sind ja Gewohnheitstiere und außerdem kann das Leben wirklich wirklich keine schönere Wendung einnehmen als mit Kindern. Da stimmen mir selbst meine Augenringe zu (mittlerweile könnte ich ihnen Namen verpassen). Kein Job der Welt, keine Beförderung, keine Gehaltserhöhung können dem Glücksgefühl des Mamiseins nur annähernd das Wasser reichen. Auch nicht alle zusammen mit einer Riesenportion Schokosahne oben drauf. Und da Mamis viele Superkräfte besitzen, wäre es ja gelacht, wenn wir keine Lösungen* für die kleinen Veränderungen des Alltags hätten.

Ich bin natürlich nicht die Entdeckerin der Erkenntnis, dass Neugeborene keinen Tag-Nacht-Rhythmus haben. Aber wenn man, wie ich in der Kugelzeit, täglich 12 Stunden in den Murmeltiermodus wechselte, kann so ein neues Schlafmuster mit Baby schon etwas aus der Bahn werfen. Es sei denn, man hat einen kleinen Früh-Durchschläfer an seiner Seite.
Gerade die ersten Lebenswochen habe ich mir die ‚Nachtruhe‘ aus vielen kleinen Schlummerpausen zusammengepuzzelt. Wir galten nämlich lange Zeit als #teamnosleep, weil mein Kind nachts im Wechsel von Kuschelsehnsucht und stündlichen Hungerattacken überrascht wurde. Beides ist natürlich ganz normal, vor allem, wenn man gerade so einen großen Umzug auf die Erde hinter sich hat und der Magen nur so klein wie eine Murmel ist.

Meine Mami-Wohlfühltipps:

    • Das Baby darf nachts sicher ins Familienbett einziehen (alternativ Beistellbett). Das bedeutet, es macht es sich auf etwa 50 % des Bettes gemütlich, Papi und Mami teilen sich die restliche Hälfte. So sind alle nahe beieinander und das Kind schläft viel ruhiger, besonders in Schubphasen. Gegessen wird (zumindest beim Stillen) in bequemer Seitenlage.
    • Die Schlafqualität des Baby zusätzlich zur Nähe der Eltern mit einer guten Schlafumgebung verbessern, d. h. einen gut durchlüfteten, eher kühlen Raum, ein kleines Nachtlicht und vor allem einen guten Schlafsack. Wir haben tolle Erfahrungen mit Alvi gemacht. Sie erscheinen im ersten Moment etwas hochpreisig, allerdings bestehen sie quasi aus 3 Schlafsäcken, die man je nach Jahreszeit unterschiedlich miteinander kombiniert.
    • Tagsüber fehlt uns natürlich der Knopf zum Synchroneinschlafen mit dem Baby, allerdings habe ich mich oft mit meinem Kind zusammen ins Bett gelegt. Das hat mehrere Vorteile: Das Kind fühlt sich geborgen und schläft gut, Mami kann sich trotzdem ein wenig erholen.
    • Viele Kinder möchten lange Zeit in den Schlaf begleitet und nicht ins leere, kalte Bettchen gelegt werden. Das liegt daran, dass die Kleinen die Fähigkeit, allein in den Schlaf zu finden, erst im Laufe der Zeit erlangen. Und welcher Erwachsene möchte schon gerne alleine einschlafen?! Stillen, Wiegen, Streicheln, Singen sollte deshalb nicht als störende Pflichtaufgabe, sondern vielmehr als kleine Kuschelauszeit vom Alltag empfunden werden.

Gerade in den allerersten Lebenswochen ist der Babyhunger 24/7 dauerpräsent, oft stündlich. Und so ein kleiner Mensch kann ganz schön ungeduldig werden, wenn es nicht schnell genug geht. Das ist ein natürlicher Vorgang, da sich die Milchmenge erstmal regulieren bzw.  Babys Magen wachsen muss. Dabei kann es schnell passieren, dass man unsicher wird, sich unwohl fühlt, Schmerzen und Entzündungen hat.

Meine Mami-Wohlfühltipps:

  • Durchhalten und stillen, stillen, stillen (und nicht die Abstände künstlich in die Länge ziehen). Neben dem Hunger befriedigen die Kleinen dabei nämlich auch Bedürfnisse wie Kuscheln, Sicherheit und Trost. Wenn man dem Wunsch der Kleinen nachkommt, wird man mit einem ausgeglichenen und fröhlichen Baby belohnt. Und die Abstände werden schnell länger.
  • Um die Milchbildung zusätzlich natürlich anzuregen, sind Stilltee und Malzbier kleine Wunderbomben. Achtung, nicht übertreiben 😉 Ruhe und eine gute Ernährung runden es ab.
  • Oft erreichen die Kinder um die 12. Lebenswoche eine Phase, in der sie das Stillen verweigern (können). Das bedeutet in den meisten Fällen nicht, dass sie abgestillt werden möchten, sondern es sind viel mehr entwicklungsphsychologische Vorgänge. Sie wachsen. Sie erkennen, dass die Brust nicht zu ihrem Körper gehört und die Nahrungsaufnahme anders als im Bauch funktioniert. Das bringt ihre Welt durcheinander und sie protestieren. In dieser Phase hilft beispielsweise das Stillen in kompletter Dunkelheit oder im Gehen (sorgt für Ablenkung vom bösen Brustfeind). Wichtig ist, dass man durchhält. Klingt komisch, aber wer weiß, wie verzweifelt man in dieser Situation ist, probiert ALLES aus.


Viele Neu-Mamis wundern sich, dass das Kind nach einiger Zeit lauthals protestiert, wenn es abgelegt wird, nachdem es schon mehrfach alleine in der Babywiege vor sich her schlummerte. Es gibt diesen Tag X und es geht einfach nicht mehr. Das Babybettchen kann als Schlafplatz einfach nicht mit Mamis Arm mithalten.

Ok, dann eben nur noch als Team. Soweit, so gut. Aber es gibt Momente, in denen man wirklich wirklich mal ein paar Minuten alleine sein möchte/muss. Wer einen kleinen ‚Nicht-Allein-Sein-Woller‘ hat wie ich, weiß, wie sehr das Mamiherz in solchen Situationen bluten kann.

Meine Mami-Wohlfühltipps:

  • Eine Babywippe (wir haben die BABYBJÖRN) ist ideal als 5-Minuten-Mami-Ersatz geeignet, um mal schnell unter die Dusche zu hüpfen oder das Essen zu kochen. Das Baby kann dabei sein und die Wippe ist fast so gemütlich wie Mamis Arm, später ein perfektes Hilfsmittel beim Beikoststart.
  • Tragen! Babys sind Traglinge und möchten immer an Mamis Herzschlag sein, genau wie im Bauch. Dort fühlen sie sich sicher und haben keine Angst. Ein Tragetuch wie der Storchenwiege Baby Carrier hilft hier gegen schlappe Arme oder wenn die Wäsche mal wieder nach Aufmerksamkeit verlangt.
  • Da ich ein Winter- und Tragebaby habe, konnte ich meine Jackenerweiterung von Kumja aus der Schwangerschaft weiter nutzen, um den kleinen Tragling auch draußen perfekt einzukuscheln.

Storchenwiege Baby Carrier

Weitere Mami-Wohlfühltipps folgen in Teil 2.

* Dies sind meine persönlichen Erfahrungen und stellen keineswegs allgemein gültige Erkenntnisse dar.

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4 Comments

  • Reply
    Maria
    7. Oktober 2016 at 16:18

    Ein schöner und ehrlicher Artikel, Anja! Freue mich auf mehr. Maria

    • Reply
      Mama vom Meer
      7. Oktober 2016 at 18:13

      Lieben Dank, Maria, ich freue mich sehr. Teil 2 kommt auch bald 🙂

  • Reply
    Steffi
    7. Oktober 2016 at 21:37

    Ein toller Artikel, ich erkenne mich gerade beim Punkt Schlafmangel wieder, ich „puzzle mir meine Nachtruhe auch gerade aus vielen kleinen Schlummerpausen zusammen“ 😉 ich freue mich auf weitere Mami-Wohlfühltipps! Liebe Grüße, Steffi

    • Reply
      Mama vom Meer
      11. Oktober 2016 at 15:26

      Danke, Steffi <3

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